Im Rahmen der Globalisierung müssen sich nationale Unternehmen mit vielen neuen Märkten vertraut machen, d.h. letztendlich auch Erfahrungen im Umgang mit asiatischen Unternehmen
und Geschäftspartnern sammeln.
Die Fülle unterschiedlicher asiatischer Gesellschaftsstrukturen und Geschäftspraktiken macht es notwendig, Erfahrungen vor Ort zu sammeln.
Erschwert werden diese Erfahrungswerte durch Sprachbarrieren und Gesellschaftsbräuche, die manchmal auch zu massiven Missverständnissen führen können.
Fazit: nicht immer positive Erfahrungen in Asien.
Keine einheitlichen Standards in den asiatischen Märkten, d.h. die Erarbeitung von
Logistikprojekten muß deshalb landesspezifisch, bzw. auch manchmal regionalspezifisch erfolgen. In China müssen Geschäfte sicherlich anders entwickelt werden als im
hochindustrialisierten Japan oder in der facettenreichen Gesellschaftsstruktur Indiens.
Die Globalisierung der internationalen Speditions-und Logistik- dienstleister hat in unserem
Land bereits vor ca. 50 Jahren begonnen; und zwar als verlängerter Arm unserer Ex- und Import -orientierten Industrie. Um es pragmatisch darzustellen: es wurden Transporte von A
nach B abgewickelt. Mit den einzelnen und teilweise sehr komplizierten Prozessabläufen des Waren - und Informationsflusses hat sich unsere Kundschaft in dieser Zeit nur selten befasst.
Viele Länder in Asien waren vor ca. 30 Jahren noch mit dem Flair des Abenteuers belastet. Wer von Ihnen Singapur vor 30 Jahren kennt, wird eine Stadt mit dem Flair eines chinesischen
Wochenmarktes im Gedächtnis haben. Ähnlich auch Kuala- Lumpur - und selbst Hongkong -.
Gleichgeblieben ist die Geschäftstüchtigkeit und Betriebsamkeit der Menschen in diesen Städten.
Geändert hat sich der Informationsfluss. Er hat maßgeblich dazu beigetragen Abläufe überschaubarer und vor allen Dingen schneller zu gestalten.
Der Warenfluss in den Kindertagen der Logistik wurde durch die infrastrukturelle Vorbedingungen erheblich erschwert, sei es im Luft - See - oder Landverkehr in Asien. Die
heutige Infrastruktur und dazu gehören auch die Verkehrsträger, ermöglicht es, auch komplette Kraftwerke in die entferntesten Winkel Asiens zu transportieren und mit Ersatzteilen zu versorgen.
Ohne die langjährigen Erfahrungswerte unserer Dienstleistungsbranche wäre der Warenfluss von und nach Asien nicht nur wesentlich teuerer, sondern auch weniger vielfältig und zuverlässig.
Kurierdienste oder Kep-Dienstleister sind Ihnen bekannt.
Entstehung der Idee:
Die Grundidee entstand aus der verzögerten Übermittlung von Dokumenten vornehmlich für Inkassozwecke, bzw. Wertpapiere.
Diese von A nach B zu bringen, dauerte per Luftfracht meist länger als 1 Woche, z.B. v. Hamburg nach Hongkong. Auf dem Postwege bis zu 2 Wochen und auch darüber. Der Wert
der Dokumente belief sich selten unter 1/2 Mio USD.
Prozesskette:
Die Kosten für eine solche Dienstleistung bewegten sich im Bereich der Luftfracht Haus-Haus
für einen Umschlag von 100 gr bei mindestens ca. 800 DEM (ohne Eil - oder Sonderzuschläge).
Heute ist eine Zustellung von Haus zu Haus über Kurierdienste und Spediteure innerhalb von
48-72 Stunden einschließlich Zeitverschiebung möglich. Die Kosten bewegen sich hier im Bereich von ca. 90 bis 300 DEM.
Neue Prozesskette:
- z. B. Abflüge täglich auch mit eigenem Fluggerät
- sammeln
- verteilen der Dokumente über Hubs
- Dokumentation
- Information (E-Mail, Datenübertragung)
- Zollabfertigung (Dokumente vorab übermitteln)
- Lieferung.
Resultate dieser Entwicklung:
Die Anforderungen Transporte von A nach B abzuwickeln, besteht zwar heute grundsätzlich
immer noch, jedoch im Rahmen der gewaltigen Zunahme von Warenströmen hat man die Prozessketten unterteilt - z.B. realisieren wir heute zwischen Asien und Europa:
- Beschaffungslogistik
- Lagerlogistik
- Distributionslogistik
- “Outsourcing” und ” Add on value”
- Produktionsvorbereitung.
Asien ist hier sicher für uns immer noch die große Herausforderung.
Vorbedingung für die Realisierung von Logistikprojekten, wie auch für geschäftlichen Erfolg in
Asien, ist immer noch eine exzellente Vorbereitung. Dazu gehört auch der persönliche Kontakt und die Kenntnis der infrastrukturellen Voraussetzungen.
Wie stellt sich eine Prozesskette beispielsweise in Indien dar:
Problematik eines unserer Kunden (großes Elektro - und Elektronikunternehmen) -
Bei der Einrichtung eines Telefonnetzes in Madras tauchten immer wieder Verzögerungen im Ablauf sowie Beschädigungen auf.
Bei der Analyse der einzelnen Prozesse stellte sich heraus, dass die Ware - obwohl gut verpackt - oft auf dem Vorfeld des Flughafens zwischengelagert wurde. Die Kisten waren zwar
wasserdicht verpackt, jedoch bildeten sich in der Regenzeit immer wieder hohe Wasserpfützen, die über die Palettenhöhe reichten und bei längeren Standzeiten den Boden der Kisten
durchnässten. In Verbindung mit der durch hohe Temperaturen verursachten Verdunstung führte dieses zu Schäden an elektrischen und elektronischen Bauteilen.
Weitere Verzögerungen entstanden durch zolltechnische Probleme (wie z. B. falsche Dokumentation in den HRG und zu geringes Trinkgeld an den örtlichen Zoll). Im Rahmen der
Prozessanalyse konnten Probleme in den Abläufen beseitigt werden und damit erhebliche Konventionalstrafen verhindert werden.
Größer wird die Problematik, wenn es um Projektlogistik geht - hier müssen zum Teil Kraftwerksteile mit Gewichten über 100 Tonnen in die entlegensten Teile des Landes verbracht
werden. Dieses beinhaltet manchmal den Aus- und Umbau von Straßen und Brücken sowie erhebliche Umwege. Die Kosten für einen solchen Transport bewegen sich im Bereich
mehrerer Millionen DEM, wobei Lieferverzug immer mit erheblichen Konventionalstrafen verbunden ist , auch für den Dienstleister.
Die Kreativität der Branche ist deshalb auch ungebrochen.
Die Entwicklung des Cargolifter ist ein weiterer Beweis für die Innovation der Branche . Hier
sollen ab dem Jahr 2001 Teile mit einem Gewicht bis zu 160 tons - von Haus zu Haus transportiert werden.
Beispiel Airbus.
Die Prozesskette im Rahmen eines Warenflusses zu analysieren ggfls. zu dokumentieren, deren Wirtschaftlichkeit darzustellen und sie dann umzusetzen, ist Aufgabe des
Logistikdienstleisters. Dazu gehören Faktoren wie Verpackung, Versicherung, Transport, Dokumentation einschließlich Verzollungsabläufe, bis hin zur Information der einzelnen
Prozess - oder Transportstati an den oder die Auftraggeber.
Die Vorbereitung für den Rahmen einer Logistik unterscheidet sich kaum von einem Projekt
zum anderen. Aber landesspezifisch umgesetzt ist die Prozesskette eines Logistikprojektes wie ein Fingerabdruck. Nämlich einmalig: Produkt - und landesspezifisch.
Ohne die infrastrukturelle Vorbereitung durch Logistik - und Transportdienstleister wäre Asien sicher im Welthandel anders plaziert.
Ein Beispiel wie schnell ein Land sich den Anforderungen des globalen Marktes stellen kann, ist Vietnam. Wir haben dort vor ca. 6 Jahren angefangen, eine Textillogistik für ein großes
Unternehmen aufzubauen. Dazu gehört das Verbringen von Zubehörteilen von Europa nach Vietnam, die Überwachung der Fertigung (Aufträge) sowie Lieferung der fertigen Produkte per
Luft und per See nach Europa, einschließlich aller Zollabfertigunsanforderungen für einen Veredlungsverkehr .
u Der Ablauf hört sich einfach an, ist jedoch aufgrund infrastruktureller Beschränkungen nicht einfach zu bewegen . Die einzelnen Prozesse zu kennen, ist die wesentlichste Voraussetzung
für eine Analyse. Um nur einige Beispiele aufzuzählen:
u keine oder nur sehr selten Rampen und Rampenfahrzeuge
u Transport fertiger Ware erfolgt teilweise noch mit dem Eselskarren oder auch mit der manchmal schon motorisierten Rischka.
u Palettisierung daher auch meist nicht möglich
u Kartonware wird händisch an Flughäfen oder Häfen umgeschlagen
u Lagersystem ist nicht vorhanden
u Flug - und Schiffs - und Containerkapazitäten sind begrenzt und bedingt durch saisonale Abläufe nicht in ausreichender Menge vorhanden
u auch die Gesetzgebung in diesem Land ist erst im Entstehen und muss innerhalb der Prozesskette berücksichtigt werden: Dialoge beispielsweise mit vietnamesichen Zollbehörden
beziehen sich nicht immer auf aktuelle Gesetzestexte
Vor ca. 6 Jahren war auch einfache Informationstechnologie in Vietnam nicht verfügbar: eMail
noch nicht präsent, Kommunikation wurde noch per Fernschreiber abgewickelt.
Dass letztendlich das Textilstück den Kunden in Europa rechtzeitig zur Saison erreicht und
auch wettbewerbsfähig angeboten werden kann, ist zu einem nicht unerheblichen Teil dem Logistikdienstleister zu verdanken, der mit seinem Firmen und Korrespondentennetz im In- und
Ausland dafür Sorge trägt, dass die Ware vom Lieferanten bis zum Endkunden pünktlich und wirtschaftlich geliefert werden kann und eine lückenlose Kontrolle der Prozessabläufe über
moderne Informationssysteme zur Verfügung steht.
Beispiele für Logistikprojekte gibt es viele in unserer Unternehmensgruppe: