Eine Liberalisierung der Zinspolitik in China

Der Chef der chinesischen Zentralbank Zhou Xiaochuan hat etwas verkündet, was für die restlichen Finanzsysteme eher selbstverständlich erscheint: Finanzdienstleister und Banken sollen den Zinssatz ihrer Finanzprodukte zukünftig selbst bestimmen dürfen. Bisher wurde dieser staatlich festgelegt. Zhou, der die Nachricht im Rahmen des jährlichen Nationalen Volkskongresses vermittelte, vermutet, dass diese Änderung wohl viel schneller als erwartet, also innerhalb der nächsten zwei Jahre umgesetzt wird.

Der Einheitszinssatz war mit einigen Nachteilen verbunden

Bisher funktionierte das System des, von der chinesischen Führung vorgegebenen, Einheitszinssatzes recht gut. So hatte die Regierung nicht nur die Kontrolle über das gesamte Finanzsystem behalten. Vielmehr wurde auch selbst an den Sparern mitverdient. Da die Banken von Seiten der Regierung kontrolliert werden und von der Zentralbank stets ein Zinssatz festgelegt wurde, der signifikant unter der jeweiligen Inflationsrate lag, konnte die Regierung gut daran verdienen. Dies wird auch von der Tatsache begünstigt, dass es im streng kontrollierten Finanzmarkt der Volksrepublik nur wenig Möglichkeiten zur Geldanlage gibt. So sind viele Sparer regelrecht dazu verdonnert ihr Geld den Staatsbanken zu eher schlechten Konditionen zu überlassen. Vor allem die wohlhabenden Bürger gaben sich mit diesen Niedrigzinsen jedoch nicht mehr zufrieden. So steckten sie Ihr Kapital in Immobilien, was auf den Wohnungs- und Häusermarkt eine gewaltige Blase entstehen ließ. Da, bedingt durch den Einheitszins, der Wettbewerb unter den Banken ausblieb, bekamen meist staatliche Unternehmen bzw. Großkonzerne sowie Lokalregierungen die Kredite. Diese investierten das Geld oft in schlechte Großprojekte, die nun mittlerweile zahlreiche Staatsunternehmen und Lokalregierungen in die Schuldenfalle gezogen haben. Diese Tatsache gefährdet zudem das gesamte Wirtschaftssystem Chinas.

Chinas Export-Wirtschaft boomt in mehreren Segmenten

Nach dem Ende der Mao-Zeit im Jahre 1978 begann der Aufstieg Chinas. Bereits ab 2009 stieg China zum größten Warenexporteur der Welt auf. China verdankt sein rasches Wachstum Millionen von chinesischen Unternehmen.

Chinas Wirtschaft erholt sich

Im Rahmen der Eurokrise 2012 schwächelte auch die Wirtschaft in China über einen längeren Zeitraum. Chinas Export war deutlich zurückgegangen, sodass befürchtet werden musste, dass China sein Wachstum verfehlen könnte.

Bildquellenangabe: Cornerstone  / pixelio.de

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Überraschende Wende 2013

Mitte des Jahres 2013 konnte jedoch China seine Exportzahlen steigern. Experten rechneten mit einem Plus von rund sechs Prozent, die Exporte legten aber um 7,2 Prozent zu.

China setzt auf Qualität statt Quantität

Längst exportiert China nicht nur mehr billige Massenware, wie zum Beispiel billige Feuerzeuge oder Spielzeug, sondern auch hochwertige Elektrogeräte, Maschinen. Ebenso kommen immer mehr Werbeartikel und Werbetextilien, die meist in Deutschland online angeboten werden aus Asien. Am meisten exportiert China Textilien und sämtliche Werbeartikel. Fast jeder besitzt ein Kleidungsstück mit der Aufschrift „Made in China“. Aber auch Geräte für den Bürobedarf und für die elektronische Datenverarbeitung, Drucker, USB oder Beamer sind ein Exportschlager. Auf Platz drei landen Digitalkameras, DVD-Player und Elektrogeräte für den Haushalt. Am Ende der Liste stehen chemische Erzeugnisse.

Stark zunahm der Handel mit südost-asiatischen Staaten, auch die Ausfuhr in die USA und in die Europäische Union stiegen an. China zählt zu den wichtigsten Lieferanten für Deutschland. Vor vier Jahren wurden Waren im Wert von 56,7 Milliarden aus China importiert, jetzt liegt der

EU-Strafzölle für Solarpaneele aus China

Es wurde beschlossen von der Europäischen Union entschieden, dass die Strafzölle für Solarpaneele aus China verlängert werden. Die EU geht somit gegen chinesische Firmen vor, die ihrer Meinung nach Produkte zu Dumping-Preisen auf dem europäischen Markt anbieten. Die Zölle treffen vor allem jene Firmen, die sich nicht an die Exportbedingungen, die zwischen China und Europa ausgehandelt wurden, halten. Es bleiben jedoch die meisten chinesischen Firmen straffrei.

Die Strafzölle wurden vor allem von der europäischen Solarbranche begrüßt, da durch die chinesische Konkurrenz der Preis auf Solarpaneelen weiter sank und durch die Zölle nun der Konkurrenz entgegengewirkt werden soll.

Marktvolumen von 21 Mrd. EUR

Erstmals strafte die EU auch jene Firmen, die von den Subventionen des chinesischen Staates profitiert haben. So wurden wegen der Subventionen schon Zölle von bis zu 11,5% verordnet. Mit der neuen Verordnung erreichen die Zölle bis zu 67,9%. So treffen chinesischen Unternehmen durchschnittlich Zölle von 47,7% die bei einem geschätzten Marktvolumen von 21 Milliarden Euro eine hohe Summe ausmachen können.

Die Zölle sollen die Preisverwässerung durch ausländische Produkte bekämpfen. Denn die Solarpannele aus chinesischer Produktion würden in Europa um einen nicht erreichbaren Niedrigpreis verkauft, der die europäische Wirtschaft schädigen wurde.

Asien steigt zum reichsten Kontinent auf

Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft lief in den letzten Jahren hervorragenden. Besonders durch wachsende Exportzahlen konnte Deutschland seinen Stand als einer der führenden Wirtschaftsnationen der Welt ausbauen und festigen. Dies manifestiert sich auch darin, dass die Vermögenswerte in Deutschland weiter gestiegen sind. Trotzdem belegt Deutschland bei der Anzahl der im Land lebenden Millionäre nur einen mittleren Platz. Die Ursache dafür liegt, dass der Reichtum in Deutschland sich in relativ wenigen Händen konzentriert.

 

Millionäre leben noch in USA und Schweiz

Insgesamt ist die Anzahl der Millionäre 2012 weltweit um über 10 Prozent gestiegen. Die größte Anzahl von Millionären lebt immer noch in den USA. Wobei die Vereinigten Staaten über insgesamt viermal so viele Haushalte verfügen, die ein Vermögen von mindestens eine Millionen Dollar haben, als das zweitplatzierte Land Japan. Die meisten Millionäre in Europa leben in der Schweiz. Diese belegt Platz fünf, während Deutschland auf Platz sieben rangiert. Die gute Platzierung der Schweiz hat ihre Ursachen auch darin, dass immer noch sehr viele Ausländer ihr Vermögen auf den Schweizer Banken deponieren. Insgesamt wuchs das Privatvermögen in Europa um 5,8 Prozent auf 38,5 Billionen Dollar.

 

Asien wird zukünftig die erfolgreichste Wirtschaftsregion

Eine Studie der amerikanischen Beratungsfirma Boston Consulting Group zeigt jedoch auf, das in den nächsten fünf Jahren Asien die Vereinigten Staaten und Europa, als die erfolgreichste Wirtschaftsregion mit dem meisten Vermögen ablösen wird. Man geht davon aus, dass im Jahr 2017 nirgendwo in der Welt so viel Privatvermögen angehäuft wird, wie in Asien. So wird es bei der Bevölkerung in China und in Indien bis 2017 zu einer Verdopplung des Privatvermögens gegenüber 2012 kommen, wenn die Wirtschaft in den beiden Ländern weiter so boomt. In dieser sehr bevölkerungsdichten Region wird sich in den nächsten Jahren mehr Vermögen anhäufen, als in allen anderen Staaten der Welt. Europäische und amerikanische Banken haben diesen Trend bereits erkannt und verstärken ihr Engagement im gesamten asiatischen Raum.